Frau schaut in die Ferne

AFLEK

Erfolgreicher Schulunterricht ist mehr als die bloße Beschäftigung mit vorgegebenen Themen im Unterricht. Im Idealfall sollten Schülerinnen und Schüler mithilfe des Unterrichts Kompetenzen entwickeln und vernetztes Wissen aufbauen. Ist das nicht so, spricht man wissenschaftlich betrachtet von „unproduktiven Lernverläufen“. Digitale Unterrichtseinheiten können individuelle Lernverläufe von Schülerinnen und Schülern detailliert erfassen und für Lehrkräfte sichtbar machen. Wie Lehrkräfte diese Daten im Unterricht nutzen können, um aus unproduktiven Lernverläufen produktive zu machen, ist bislang weitgehend unerforscht.

Hier setzt das Verbundprojekt des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und der Ruhr-Universität Bochum an. Die Forschenden möchten herausfinden, welche Daten die individuellen Lernverläufe und die dabei auftretenden Lernschwierigkeiten bestmöglich abbilden. Sie untersuchen anhand von Daten aus digitalen Unterrichtseinheiten im Fach Physik, welche Lernverläufe produktiv und welche unproduktiv sind. Mithilfe dieser Informationen kann es gelingen, Lernschwierigkeiten zu erkennen und konkrete Handlungsvorschläge für Lehrkräfte abzuleiten, um produktive Lernverläufe zu verstärken. Das interdisziplinäre Team nutzt dafür sogenannte Teacher Dashboards, die Lehrkräften nahezu in Echtzeit Feedback zum Lernverlauf ihrer Schülerinnen und Schüler geben können. Die Forschenden des IPN übernehmen die Koordination des Verbundprojekts und bringen vor allem ihre Expertise in der fachdidaktischen Analyse von Lernprozessen und der Kompetenzdiagnostik in das Verbundprojekt ein. Die Forschenden des DIPF fokussieren vor allem die Analyse von Lernprozessen mittels Learning Analytics. Das Team der Ruhr-Universität bringt ihre lernpsychologische Expertise in das Verbundprojekt ein und ist für die Erprobung der Teacher Dashboards unter realen Bedingungen zuständig.

Im Projekt werden wissenschaftliche Erkenntnisse dazu erarbeitet, wie Lehrkräfte Daten aus digitalen Unterrichtseinheiten gezielt nutzen können, um Lernverläufe ihrer Schülerinnen und Schüler zu verfolgen und Lernschwierigkeiten zu erkennen. Damit werden Lehrkräfte in die Lage versetzt, ihren Unterricht stärker auf das Lernen der einzelnen Schülerinnen und Schüler zuzuschneiden und gezielter zur Kompetenzentwicklung beizutragen.

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