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DigitUS

Verbundvorhaben: Digitalisierung von Unterricht in der Schule

Wie kann es gelingen, digitale Medien sinnvoll im Schulalltag einzusetzen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Bildungsforscherinnen und -forscher in den vergangenen Jahren immer stärker. Forschungsergebnisse weisen vermehrt darauf hin, dass digitale Medien im Unterricht den Lernerfolg positiv beeinflussen können. Bislang fehlt dafür jedoch ein allgemeines Modell, das Lehrkräfte, Schulleitungen und Bildungsverwaltung nutzen können.

Hier setzt der Forschungsverbund an. Ziel des Projektes ist es, ein theoretisch ausgereiftes und empirisch überprüftes Modell von Bedingungsfaktoren zu entwickeln, mit dessen Hilfe digitale Medien erfolgreich in den schulischen Unterricht eingebunden werden sollen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richten hierzu kooperative schulinterne und schulübergreifende Lerngemeinschaften ein, in denen Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Akteure der Bildungspraxis eng zusammenarbeiten. Das Verbundprojekt entwickelt für die Praxis relevante Materialien und Fortbildungskonzepte und verbreitet diese gezielt und länderübergreifend. Das Team der Bergischen Universität Wuppertal erforscht, wie und warum Schülerinnen und Schüler Medien nutzen. Es begleitet und betreut schulübergreifende Lerngemeinschaften und erarbeitet Fortbildungsmaterialien für diese.

Das Verbundprojekt trägt dazu bei, Fachpersonal aus der Bildungspraxis weiterzubilden. Darüber hinaus fördert es über gebildete Netzwerke die erfolgreiche Einbindung von digitalen Medien in den Unterricht und erleichtert Schulleitungen die Orientierung zum Umgang mit Medien im Unterricht.

 

Teilstudie 1: Ein Mehrebenen-Rahmenmodell für den erfolgreichen Einsatz digitaler Medien

Dementsprechend werden im Projekt DigitUS folgende Fragestellungen untersucht:

  • Inwieweit lässt sich mithilfe von Bedingungsfaktoren die erfolgreiche Nutzung digitaler Medien im Unterricht vorhersagen?

Ein theoretisches Rahmenmodell von Bedingungsfaktoren für den erfolgreichen Einsatz digitaler Medien wird entwickelt und empirisch überprüft. Das Modell verknüpft Bedingungsfaktoren auf verschiedenen Ebenen und erlaubt die Analyse komplexer Beziehungen zwischen diesen. Um das Modell zu prüfen, führen wir eine Feldstudie mit einer repräsentativen Stichprobe von Sekundarschulen durch. Der „erfolgreiche Einsatz digitaler Medien im Unterricht“ wird über eine Prozessdimension (hochwertige Lernaktivitäten) und eine Ergebnisdimension (Kompetenzerwerb) operationalisiert.
In diesem Zusammenhang untersuchen wir, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Medien im Unterricht durch sogenannte „Lerngemeinschaften“ unterstützt werden kann – und zwar am Beispiel der MINT-Fächer. Lerngemeinschaften sind kooperative Netzwerke von Lehrerinnen und Lehrern sowie weiteren Akteuren wie Schulleitung und Multiplikatoren, die intensiv zusammenarbeiten. Hinsichtlich der Lerngemeinschaften wollen wir wissen:

  • Inwiefern wirkt sich die Etablierung und Förderung schulinterner Lerngemeinschaften auf die erfolgreiche Nutzung digitaler Medien im Unterricht (erfasst anhand von Lernaktivitäten und Kompetenzerwerb der Schüler-/innen) aus?
  • Inwieweit werden diese Effekte über weitere Bedingungsfaktoren vermittelt?

Vor diesem Hintergrund bilden wir in diesem Projekt schulinterne und schulübergreifende Lerngemeinschaften. Unsere Erwartung ist, dass sie den erfolgreichen Einsatz digitaler Medien im Unterricht unter ökologisch validen Bedingungen wirkungsvoll unterstützen.

Teilstudie 2: Schulinterne Lerngemeinschaften (Studienteil A)

Für schulinterne Lerngemeinschaften ist eine Integration der digitalen Medien in die Strategie und Entwicklung der gesamten Schule von großer Bedeutung, die z.B. über die Mitwirkung der Schulleitung an der Lerngemeinschaft wirkungsvoll gefördert werden kann.
Aus Modellprogrammen ist bereits bekannt, dass auch regionale, schulübergreifende Lerngemeinschaften Innovation an Schulen erfolgreich umsetzen und Unterricht verbessern können.

Teilstudie 3: Schulübergreifende Lerngemeinschaften (Studienteil B)

Schulübergreifende Lerngemeinschaften kennzeichnet, dass sie auf die zusätzliche Expertise der Wissenschaft und der Bildungsadministration zurückgreifen. Vermutet wird ein positiver Einfluss dieser Lerngemeinschaften auf die Nutzung digitaler Medien im Unterricht.
Hinsichtlich der schulübergreifenden Lerngemeinschaften wollen wir herausfinden:

  • Inwiefern verbessern schulübergreifende Lerngemeinschaften bei unterschiedlichen Voraussetzungen auf der Ebene der Bildungsadministration die erfolgreiche Nutzung digitaler Medien im Unterricht?
  • Werden die hier zu erwartenden Effekte durch weitere Bedingungsfaktoren beeinflusst?

Teilstudie 4: Vergleich der erfolgreichen Nutzung von digitalen Medien unter Berücksichtigung der Bedingungsfaktoren der Studienteile A und B

Abschließend untersuchen wir, welche Form von Lerngemeinschaften die Nutzung von digitalen Medien im Unterricht begünstigt und wie sich die unterschiedlichen Bedingungsfaktoren auf Prozesse und Ergebnisse der Lerngemeinschaften auswirken.

Bisher liegen keine ausreichenden Befunde vor, welche organisatorischen Aspekte für die Wirksamkeit von Lerngemeinschaften verantwortlich sind. Deshalb vergleichen wir unterschiedliche Varianten von Lerngemeinschaften explorativ miteinander.

Erhebungsdesign

Das Projekt DigitUS untersucht die vier Forschungsfragen in vier Teilstudien mit unterschiedlicher Methodik und anhand von 3 Untersuchungsgruppen. Gruppe 1 und 2 umfassen je 30 zufällig ausgewählte bayerische Schulen, an denen schulinterne Lerngemeinschaften, bestehend aus einem Repräsentanten der Schulleitung und IT-Verantwortlichen etabliert bzw. unterstützt werden, die von Wissenschaftlern begleitet werden.
Hier findet eine Vollerhebung in der achten Jahrgangsstufe statt. In die Stichprobe werden alle, mindestens jedoch 15 Lehrkräfte mit Unterricht dieser Jahrgangsstufe berücksichtigt. Darüber hinaus werden Daten der Leitung sowie der IT-Administration einer Schule erfasst. Gruppe 3 umfasst 24 Schulen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.
Pro Bundesland werden zwei schulübergreifende Lerngemeinschaften gebildet, die aus vier Schulen und vier weiteren Akteuren aus Bildungsadministration, Wissenschaft und außerschulischer Expertise bestehen.

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