Projekte Media

PAEDBEZ

Pädagogische Beziehungen in digital unterstützten Bildungsprozessen

Ziel des Forschungsprojektes ist es, auf der Basis empirischer Forschungsergebnisse Faktoren für die wertschätzende Gestaltung pädagogischer Beziehungen in digital unterstützten Lernprozessen zu erarbeiten. Auf dieser Basis werden im Anschluss Workshop-Konzepte für pädagogische Fachkräfte in Schulen entwickelt.

Die Qualität der Lernprozesse ist von der Pädagog*innen-Schüler*innen-Beziehung abhängig. Beide Personengruppen weisen vielfältige Medienaneignungsstrategien und Formen des medialen Habitus‘ auf. Diese beeinflussen ebenso wie bestimmte Erwartungen und Rollenbilder die pädagogische Beziehung. Im traditionellen schulischen Kontext nehmen Pädagog*innen Rollen als Erklärer*innen oder Kompetenzentwickler*innen ein. Digitale Medien bieten die Chance, diese hierarchisch geprägten Beziehungen zu verändern. Im Verbundprojekt wird der Frage nachgegangen, wie sich die pädagogische Beziehung in Bildungsprozessen verändert, bei denen digitale Medien systematisch zum Einsatz kommen. Auf Basis der Befunde mehrerer empirischen Teilstudien (qualitative Beobachtungen, MESM-Erhebungen sowie Leitfadeninterviews) sollen Faktoren identifiziert werden, die eine wertschätzende pädagogische Beziehung im Kontext digital gestalteter Bildungsprozesse befördern. Es werden Workshop-Konzepte erarbeitet und erprobt, in denen erfahrene wie auch angehende Pädagog*innen zu diesem Thema weitergebildet werden.

 

Info

UneS

UneS-ICILS: Qualitative Vertiefungsstudie zu ICILS 2018

Nicht zuletzt die IEA-Studie ICILS hat aufgezeigt, dass schulische Bildungsprozesse in Deutschland bisher nicht in erforderlicher Weise Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung von digitalen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Lagen entfalten. Die ICIL-Studien – ICILS 2013 und 2018 – zeigen, dass Achtklässler*innen aus sozioökonomisch weniger privilegierten Familien im Mittel über signifikant geringere computer- und informationsbezogene Kompetenzen verfügen als ihre gleichaltrigen Mitschüler*innen. Im Vergleich zu diesem übergeordneten Ergebnis konnten jedoch in den Studien jedoch jeweils Schulen mit besonders herausfordernder Schülerkomposition ermittelt werden, in denen die Schüler*innen im Mittel über überdurchschnittlich hohe computer- und informationsbezogene Kompetenzen verfügen (Drossel, Eickelmann & Vennemann, 2020; Eickelmann, Gerick & Vennemann, 2019).

An diese Beobachtung knüpft die qualitative Vertiefungsstudie ‚UneS-ICILS‘ (Unerwartet erfolgreiche Schulen im digitalen Wandel) unmittelbar an: Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, wie Bildungsprozesse in diesen ‚unerwartet erfolgreichen‘ Schulen arrangiert werden. Neben wissenschaftlich-analytischem Wissen soll so Steuerungswissen, auch im Sinne von Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des schulischen Bildungsbereichs in Deutschland abgeleitet werden. Um dieses Forschungsanliegen zu bearbeiten, setzt die UneS-Studie ein triangulatives Forschungsdesign ein. Dieses knüpft an den quantitativen ICILS-2018-Ergebnissen der im Fokus stehenden Schulen an und ergänzt diese substanziell um lehr-lernprozessbezogene Videostudien, qualitative Interviews im Kontext der digitalisierungsbezogenen Schulentwicklung sowie um Analysen schulischer Dokumente. Dieses Vorgehen ermöglicht, zusätzlich zu einer rein quantitativen Beschreibung und Analyse auf der Grundlage qualitativer Daten Entwicklungen, Prozesse und Konzepte auf verschiedenen schulischen Ebenen der UneS-Schulen zu erfassen und zu analysieren und daraus Impulse für die Weiterentwicklung der Schulsysteme und Schulen in Deutschland im Kontext des digitalen Wandels auch im Sinne von Transferwissen zu generieren.

Das Projekt UneS (Laufzeit: 10/2020 bis 09/2023) wird an der Universität Paderborn von PD Dr. Kerstin Drossel und Prof. Dr. Birgit Eickelmann geleitet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Vorhaben gliedert sich an das Metavorhaben ‚Digitalisierung im Bildungsbereich‘ an.

 

Literatur:

Drossel, K. Eickelmann, B. & Vennemann, M. (2020). Schools overcoming the Digital Divide – In depth analyses towards organizational resilience in the computer and information literacy domain. Large-Scale Assessments in Education, (8), 1–19.

Eickelmann, B, Gerick, J. & Vennemann, M. (2019). Unerwartet erfolgreiche Schulen im digitalen Zeitalter – Eine Analyse von Schulmerkmalen resilienter Schultypen auf Grundlage der IEA-Studie ICILS 2013. Journal for Educational Research Online (JERO), ‚Empirische Bildungsforschung – eine Standortbestimmung‘, 11(1), 118–144.

Info

BRIDGE

Berufspraktische Bildungsprozesse im Recht- und Lehramtsreferendariat sowie der Medizin unter Nutzung digitaler Medien

Info

DiBiWohn

Digitale Bildungsprozesse für ältere Menschen in seniorenspezifischen Wohnformen der institutionalisierten Altenhilfe

Info

MuM-Video

Erklärvideos als informelle Ressource für fach- und sprachintegrierten Mathematikunterricht: Drei-Ebenen-Design-Research

Info

DCG

Digitale Chancengerechtigkeit - Digitale Lehr- und Lernumgebungen im Lese- und Literaturunterricht zur Verbesserung von Chancengerechtigkeit und Bildungsteilhabe in der Grundschule

Info

WILLEN

Weiterbildungseffizienz durch aktivierende intelligente lernunterstützende Maßnahmen

Info