Rückblick 7. EdTech Research Forum

Im Zentrum des EdTech Research Forums 2026 stand der Austausch zwischen Forschung und Praxis. Als Jahrestagung des Metavorhabens Digitalisierung im Bildungsbereich bot die Veranstaltung Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte des BMBFSFJ-Forschungsschwerpunktes und schaffte zugleich Räume für Vernetzung und gemeinsame Diskussionen zwischen Akteur:innen aus Bildungspraxis, -forschung und -administration.

Dafür war das Programm thematisch in zwei Tage gegliedert: am 17.09.2026 stand die Praxis im Fokus, am 18.09.2026 die Forschung. Die unterschiedlichen Schwerpunkte boten somit einen Mehrwert für die verschiedenen Akteur:innen.

Ausgehend von einem Praxisimpuls am Donnerstag Mittag mit Regina Schulz (Lehrerin) wurde gezeigt, wie KI-Kompetenzen für pädagogisch-didaktisches Handeln konkret übersetzt werden können. Der Vortrag fragte, wie Transfer zwischen theoretischen Modellen, Fortbildung und schulischer Praxis konkret gestaltet werden kann und wie daraus handhabbare, anschlussfähige Orientierungen für die Schule entstehen können. Anschließend präsentierten Wissenschaft und Praxis in parallelen KoVorträgen aktuelle Projektergebnisse, bevor sie in ebenfalls parallelen EduLabs Bildungsprodukte aus den Projekten gemeinsam erproben und reflektieren konnten. Am Nachmittag rundete die Podiumsdiskussion „Digitale Kompetenzen: Ein Blick in die Praxis“ den Praxistag ab. Regina Schulz (Lehrerin), Stephan Rinke (Direktor der VHS Essen) und Anne Jungkamp (kefb und Projekt GO) beleuchteten den Förderschwerpunkt „Kompetenzen für eine digital geprägte Welt“ aus unterschiedlichen Perspektiven der Bildungspraxis und erweiterten damit den Blick auf die Bedeutung digitaler Kompetenzen in verschiedenen Bildungsbereichen.

Der Forschungstag startete morgens mit parallelen Sessions des Metavorhabens digi-ebf II. Im Anschluss kam die Projekt-Community und weitere Interessierte bei den TabelTalks in den Austausch, bevor Prof. Dr. Kerres (UDE), Stefanie Busch (BMBFSFJ) und Dr. Pia Sander (UDE) die Tagung abrundeteten. 

Auch wenn der Termin noch nicht abschließend feststeht, planen wir optimistisch das 8. EdTech Research Forum 2027 derzeit für den 8. und 9. September 2027. Tragen Sie sich den Termin gern schon in Ihren Kalender ein.

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Einblick in die einzelnen Beiträge der Förderprojekte
KoVorträge

In den Ko-Vorträgen gaben Wissenschaftler:innen und Praxispartner:innen gemeinsam Einblicke in die (Zwischen-)ergebnisse aus den Förderprojekten.  

Im Projekt MuDiKo (Digitalkompetenzen im Musikunterricht erwerben) entwickeln Musiklehrkräfte gemeinsam mit Wissenschaftler*innen Lehr-Lern-Arrangements für den Musikunterricht der Sekundarstufe I. Im Zentrum steht die Frage, wie musikalisches Lernen und die Förderung digitalitätsbezogener Kompetenzen von Schüler*innen sinnvoll miteinander verbunden werden können.

Der Vortrag gab Einblicke in die gemeinsame Entwicklung und Erprobung erster Lehr-Lern-Arrangements aus der Projektarbeit, in denen Schüler*innen mit digitalen Tools arbeiten, musikalische Ergebnisse reflektieren und sich zugleich mit Funktionsweisen, Möglichkeiten und Grenzen algorithmischer bzw. KI-gestützter Systeme auseinandersetzen.

Besonders im Fokus des Vortrags stand die Erfahrungen der beteiligten Lehrkräfte: Wie verändert sich Unterricht durch solche digitalen Lernsettings? Welche didaktischen, organisatorischen und datenschutzbezogenen Fragen entstehen in der Praxis? Und wie lassen sich Forschungs- und Praxisperspektiven im Rahmen eines Design-Based-Research-Prozesses produktiv zusammenführen?

Der Vortrag wurde gemeinsam von Wissenschaftler*innen und Lehrkräften gestaltet und verband Einblicke in Unterrichtspraxis sowie medien- und fachdidaktische Forschung.

Projekt MuDiKo

Bedarfsorientierte Fortbildungskonzeption im Projekt adFort 

Bei älteren Menschen besteht ein erhöhtes Risiko der digitalen Exklusion. Um diesem Risiko zu begegnen, beraten und begleiten ehrenamtliche Internetlots:innen Ältere im Umgang mit digitalen Endgeräten. Diese Internetlots:innen verfügen jedoch meist über keine medienpädagogische Ausbildung. Im Projekt adFort sollen daher adaptive und an die Praxisbedarfe angepasste Fortbildungen zu deren Unterstützung entwickelt werden. 

Zur Ermittlung der Bedarfe der Internetlots:innen werden anhand eines auf dem TPACK-Modell Test-Frameworks typische Kompetenzprofile von Internetlots:innen identifiziert. Diese dienen als Grundlage für die inhaltliche Konzeption der adaptiven Fortbildungen. Ergänzend werden in Interviews mit Internetlots:innen Bedarfe bezüglich des Fortbildungsformats und der -gestaltung ermittelt. Zusätzlich fließt kontinuierlich die Expertise der BAGSO als Interessenvertretung der älteren Generation mit in das Projektvorhaben ein. 

Im KoVortrag wurde dieses multiperspektivische Vorgehen der Bedarfsermittlung im Projekt adFort detailliert vorgestellt und diskutiert.

Projekt adFort

Der KoVortrag gab Einblicke in die Entwicklung, Umsetzung und ersten Evaluationsergebnisse des Family‑Digital‑Literacy-Programms (FDLP) Gemeinsam Online (GO): Suchen. Finden. Verstehen – digitale Kompetenzen in Familien stärken. Ziel von GO ist, digitale Recherchekompetenzen von Kindern und Eltern sowie elterliche Unterstützungskompetenzen handlungsorientiert und an den Familienalltag angepasst zu fördern. In drei (Lern-)Settings: Kinder-, Eltern- und Familienzeit, werden insbesondere Suchstrategien im Internet, Künstliche Intelligenz und Falschnachrichten thematisiert.

Vorgestellt wurde die ko-konstruktive Zusammenarbeit zwischen Praxis (katholische Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn, Neue Wege des Lernens) und Universitäten (Paderborn, Bielefeld) in GO. Zentraler Aspekt dieser transdisziplinären Ko-Konstruktion ist die aktive Partizipation durch Expertisen von u. a. Familien, Trainer*innen und Lehrkräften, welche iterativ über gestaltungs- und entwicklungsorientierte (Forschungs-)Ansätze in die (Weiter-)Entwicklung des FDLP einfließen. GO eröffnet somit (non-)formalen Bildungspartner*innen die Möglichkeit selbst partizipativ an der Programmgestaltung mitzuwirken, Bedarfe von Zielgruppen einzubringen und nachhaltige, kontextspezifische Lernangebote für heterogene Familien zu schaffen.

Dieser KoVortrag wird gestaltet von dem Projekt GO

Die Digitalisierung verändert die Arbeit von rund 1.3 Mio. Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe. Der Vortrag präsentierte die Entwicklung der ersten bundesweiten Befragung von Fach- und Leitungskräften aus allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei standen lokale Entwicklungen, Praktiken und Bedarfe im Kontext von Digitalisierung und Digitalität im Fokus.

Die Studie wurde angesichts der fachlichen und strukturellen Vielfalt der Kinder- und Jugendhilfe ko-konstruktiv von Forschung und Praxis entwickelt – in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ und begleitet von einem interdisziplinären Fachbeirat. Dieser vereint Expertise aus Praxis und Wissenschaft und setzt mit der AGJ Impulse für Themen und Methoden, die vom Projektforschungsteam aufgegriffen wurden.

Der Vortrag beleuchtete die Praxiskontexte, die von der Entwicklung des Forschungsdesigns bis zur Feldphase prägend waren, diskutierte Hürden und Lösungswege der Zusammenarbeit und zeigte abschließend Potenziale und Anschlussmöglichkeiten für Forschung und Praxis auf. 

Projekt DiKoJu

 

Edulabs

In den EduLabs stellten Wissenschaftler:innen ihre Bildungsangebote zu Kompetenzen in der digitalen Welt vor, die sie aktuell in den Förderprojekten entwickeln. Lehkräfte, interessierte Bildungsakteur:innen und Wissenschaftlerinnen konnten die unterschiedliche Fortbildungs-, Unterrichts- sowie Lehr- und Lernkonzepte in einem kollegialen Rahmen erproben und im Anschluss gemeinsam reflektieren.

Im Workshop wurde die digitale Lernplattform des Projektes PInGu (Perspektiven der Informationsgesellschaft im Grundschulunterricht) vorgestellt. Mit dieser können Grundschulkinder selbstständig mithilfe strukturierter Lernpfade zentrale Fragen der digitalen Welt erkunden, wie zum Beispiel: "Wie funktioniert ein Computer?" "Was sind Algorithmen?" oder "Welche Daten darf ich im Internet von mir teilen?“. 

Exemplarische Stationen wurden vorgestellt und konnten ausprobiert werden. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, Informationen zur Teilnahme am Projekt zu erhalten und zu erfahren, wie PInGu gewinnbringend im eigenen Unterricht eingesetzt werden kann.

Projekt PInGu

Der bewusste Umgang mit den Grenzen zwischen Lebensbereichen wird für Kinder und Jugendliche in einer digitalen Welt immer wichtiger. Wir vom Projekt „DigiBound“ sehen Boundary Management als fortgeschrittene digitale Kompetenz, die wir Schüler:innen an weiterführenden Schulen vermitteln möchten. Dazu haben wir ein modular aufgebautes Online-Training entwickelt und bereits an Projektschulen pilotiert.

Interessierte Lehrkräfte und Bildungsakteur erhielten einen spannenden Einblick in die Trainingsbausteine. Im Anschluss wurde gemeinsam diskutiert, wie das Training sinnvoll in den Schulalltag integriert werden kann. Dabei wurde insbesondere reflektiert, welche Rolle Lehrkräfte bei der Begleitung der Schüler spielen und wie passende Begleitmaterialien als Unterstützung für Lehrkräfte gestaltet sein könnten. Dafür wurden Prototypen mitgebracht, die gemeinsam mit den Teilnehmenden ausprobiert und diskutiert wurden. Dabei standen insbesondere die Erfahrungen, Perspektiven und Ideen aus der Praxis im Mittelpunkt.

Projekt DigiBound

Angesichts der wachsenden Bedeutung von KI für den Zugang zu Wissen brauchen Lernende mehr als technische Bedienkompetenzen. Sie benötigen Strategien des kritischen Denkens, um KI-Antworten zu hinterfragen, zu überprüfen und einzuordnen. 

Im EduLab wurden Materialien für die Sekundarstufe I vorgestellt, mit denen erprobt wird, wie Schüler KI-Tools bei der Recherche zu naturwissenschaftlichen Kontroversen einsetzen und wie sie dabei unterstützt werden können.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde auf Basis der Chancen und Grenzen KI-generierter Outputs diskutiert, welche Strategien Lernende benötigen, um ausgegebene Informationen kritisch zu prüfen, einzuordnen und weiterzuverarbeiten. Das EduLab gab Einblicke in den aktuellen Entwicklungs- und Forschungsprozess und bot die Möglichkeit, die Materialien gemeinsam kritisch zu reflektieren.

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen danach, welche Anforderungen KI-unterstützte Recherche an Schüler stellt, welche Hilfestellungen sie benötigen und wie naturwissenschaftlicher Unterricht zu einem verantwortungsvollen und kritisch-reflektierten Umgang mit KI beitragen kann.

Dabei entstand ein offener Austausch über Herausforderungen, offene Fragen und mögliche Wege für den Einsatz von KI in der Schulpraxis.

Projekt NaWigieren

 

TableTalks

Die TableTalks erwiesen sich als eine gute Gelegenheit, mit der Projekt-Community sowie weiteren Interessierten in den Austausch zu kommen. Innerhalb der TableTalks wurden zentrale Fragestellungen aus den Projektkontexten mit engem Bezug zum Förderschwerpunkt gemeinsam diskutiert. 

Foto vom TableTalk